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Angedacht - „Ich bin ein Berliner..:!“

24. Januar 2020 12:00 von Manuel Bendig | Kategorie: Bayern, NRW, Jugend

Foto: wikimedia.org

Gedanken über John F. Kennedy’s Rede in Berlin

Der 35. US-amerikanische Präsident John F. Kennedy (JFK) wird noch heute aus seiner Rede vor dem West-Berliner Rathaus im Juni 1963 mit dem legendären Satz: „Ich bin ein Berliner“ zitiert. Die sich daraus entwickelte Annahme, JFK hätte sich damit als neuster Bürger der Stadt gesehen, ist weit gefehlt. Tatsächlich ist seiner Rede ein viel umfangreicherer Zusammenhang zu entnehmen.

John F. Kennedy hat in seiner Rede einen Zusammenhang zu dem 2.000 Jahre alten Spruch „Civis romanus sum“ (Ich bin ein Bürger Roms) gezogen. Daraus entwickelte er die Parallele, dass alle freien Menschen der Welt, wo immer sie leben, Bürger Berlins seien. Darauf folgte: „…und deshalb bin als freier Mensch stolz darauf, sagen zu können, ‚Ich bin eine Berliner‘!“

Worauf gründet sich der Stolz eines Menschen? In einschlägigen Quellen wird darauf hingewiesen, dass das Wort Stolz in der mittelniederdeutschen Sprache dem Wörtchen ‚stolt‘ entnommen ist, das auch mit prächtig oder stattlich wiedergegeben werden kann. Gemeint ist ein Gefühl von großer Zufriedenheit, die man mit sich selbst oder anderen Personen und den damit verbundenen Leistungen empfindet.

Neben z.B. Freude und Traurigkeit wird Stolz als eine angeborene Emotion verstanden, die nicht erst anerzogen werden muss. Erst die Unterteilung in gesunde und kranke Formen verdeutlicht, dass es die Bewertung des Stolzes ist, die uns mitunter Probleme bereitet.

In der Bibel habe ich bisher keine positive Aussage im Zusammenhang mit Stolz gefunden. Entweder warnen die Schreiber vor stolzem Verhalten oder prangern es mit dem Hinweis darauf, dass Gott eine solches Verhalten zuwider ist, an.

Wie kann ein Mensch, wie z.B. der damalige US-amerikanische Präsident, dann so positiv seinen Stolz bezeugen? Wo stehe ich in einer ähnlichen Gefahr, wie die Vielzahl der Fälle, die in der Bibel angesprochen werden.

Es kommt dabei wohl auf meine Gesinnung an. Eine prächtige oder stattliche Erscheinung wird schnell mit einer eitlen, egozentrischen Gesinnung in Verbindung gebracht.

Bis heute würde kein Mensch auf die Idee kommen, dass JFK seinerzeit irgendwelche eitlen Gedanken bzgl. der Städte Rom oder Berlin gehegt hätte. Sein Stolz war als ein Zeichen der Verbundenheit gedacht, der nichts mit dem eigenen Verdienst zu tun hatte.

So gesehen darf ich heute in aller Demut und Bescheidenheit stolz darauf sein, das Gott mir durch seinen Sohn die Gotteskindschaft ermöglicht hat. Nicht, weil ich so gut, so brav oder so fromm bin sondern einzig und allein seines Verdienstes wegen.

Es kommt auf meine Gesinnung an, mit der ich Jesus nachfolge.

Eine gesegnete Zeit

Manuel Bendig

 

 

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